Orgelnacht 2018

Mit Organisten aus Berlin und anderen Städten präsentiert die Nacht zeitgenössischer Orgelmusik in der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche Berlin-Tiergarten und der Lutherkirche Spandau Werke international renommierter Komponistinnen und Komponisten. Darunter fallen zwei für das Festival entstandene Uraufführungen. Composer in Residence ist die in Berlin lebende Komponistin Charlotte Seither. Von ihr werden die Werke »Himmelsspalt« für Orgel solo, »Seul avec des ombres« für Altflöte solo und »Write my name« für Schlagzeug und Orgel zu hören sein.
Als Metropole zeitgenössischer Musik genießt Berlin internationale Bedeutung. Die an den beiden Abenden erklingenden Werke von vier Komponistinnen und neun Komponisten gewähren einen Einblick in die vielfältige Szene zeitgenössischer Orgelmusik.

Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche
Donnerstag, 19. April 2018, 19.00-22.30 Uhr

19 Uhr Age-Freerk Bokma (Berlin), Orgel
Luciano Berio (1925-2003) – Fa-Si (1975) für Orgel
Markus Bongartz (*1963) – Sesquialtera (2014) für Orgel
Juan Felipe Waller (*1971) – Chemicangelo (2005)
Charlotte Seither (*1965) – Himmelsspalt (2001) für Orgel

20 Uhr Matthias Geuting (Essen), Evelin Degen (Düsseldorf), Flöte
Charlotte Seither (1965) – Seul avec des ombres (2011) für Flöte
José M. Sánchez-Verdú (*1968) – Límina II (2017) für Orgel
Dominik Susteck (*1977) – Innenstimmen (2018) für Flöte und Orgel (UA)
Johannes Kreidler (*1980) – rationalization-irrationalization (2016) für Glissando-Flöte, Audio- und Videozuspielung
Diana Soh (*1984) – [Neues Stück] (2018) für Orgel (UA)

21.00 Uhr Gespräch mit den Komponisten, Moderation Dr. Margarete Zander (Berlin)

21.30 Uhr Maximilian Schnaus (Berlin), Orgel
Arvo Pärt (*1935) – Annum per annum (1980)
Morton Feldman (1926 – 1987) – Principal Sound (1980)
Peter Ablinger (*1959) – ORGEL UND WELTEMPFÄNGER (1999)

In Kooperation mit:

Lutherkirche Spandau
Freitag, 20. April 2018, 18.30-22.30 Uhr

18.30 Uhr Erika Engelhardt und Martin Kückes, Gespräch
Einführende Worte zur neuen Orgel

19 Uhr Angela Metzger (München), Orgel
Isabel Mundry (*1963) – Innenräume (2005)
Markus Lehmann-Horn (*1977) – „Die Sterne des Himmels fielen auf die Erde…“ (2012) nach dem Holzschnitt „Die Öffnung des fünften und des sechsten Siegels“ aus Albrecht Dürers „Apokalypse“
Robert HP Platz (*1951) – Stunden:Buch, Epilog (2012)
Bruce Mather (*1939) – Six études pour orgue (1982/83)
1. Ostinati – 2. Les Espaces – 3. Vision Fugitive – 4. L‘Épouvante – 5. Textures – 6. Récit de Tierce en taille
Ernst Krenek (1900-1991) – aus „Die vier Winde“, op. 223 (1975)
4. Boreas

20 Uhr Dominik Susteck (Köln), Orgel, Rie Watanabe (Tokyo/Köln), Schlagzeug
Dominik Susteck (*1977) – “Spur – Kerbe” (2013) für Schlagzeug und Orgel
Gabriel Iranyi (*1946) – „Haiku“ (III) aus Tempora (1988) für Orgel solo
Charlotte Seither (*1965) – Write my name (2015) für Schlagzeug und Orgel

21.00 Uhr Gespräch mit den Komponisten, Moderation Dr. Margarete Zander (Berlin)

21.30 Uhr Michael Sattelberger (Stuttgart), Orgel
Dominik Susteck (*1977) – Zeitfiguren (2014) für Orgel solo
Strahlen – Verschlungener Gang – Zeit – Leuchten – Akkordecho – Warten
Adriana Hölszky (*1953) – …wie ein gläsernes Meer, mit Feuer durchmischt… (1998)

In Kooperation mit:

Gefördert von

Die Nacht zeitgenössischer Orgelmusik stellt die Berliner Komponistin Dr. Charlotte Seither als Composer in Residence künstlerisch vor. An den beiden Konzertabenden erklingen ihre Werke »Himmelsspalt« für Orgel solo, »Seul avec des ombres« für Altflöte solo und »Write my name« für Schlagzeug und Orgel und sie ist zu erleben im Gespräch mit der Journalistin, Autorin und Moderatorin Dr. Margarete Zander, bekannt aus kulturradio rbb, NDR kultur, SWR2 u.a.m.

© Marko Bussmann

Charlotte Seither (* 1965 in Landau / Pfalz) studierte Komposition, Klavier, Musikwissenschaft und Germanistik in Hannover und Berlin und ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1998 promovierte sie zum Dr. phil. Sie ist Mitglied im GEMA-Aufsichtsrat, im Vorstand des Deutschen Komponistenverbands (DKV) und im Präsidium des Deutschen Musikrats (DMR). Daneben ist sie eine gefragte Jurorin und Kuratorin in internationalen Gremien. Mit ihren Werken ist sie zu Gast auf internationalen Festivals wie ISCM Weltmusiktage Tongyeong, Gaudeamus Amsterdam, Wien Modern, Biennale Venedig, Warschauer Generationen Festival oder IFWM Seoul. 2009 erhielt sie den Rom-Preis für die Deutsche Akademie Villa Massimo. Als Artist in residence lebte sie auch in der Cité des Arts Paris (1999), im Deutschen Studienzentrum Venedig (1993), in der Akademie Schloss Solitude Stuttgart (1995), in der Villa Aurora Los Angeles (2000) und im ArtLab Johannesburg (2015). Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb Prager Frühling(1995)den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb Ciutat de Palma / Spanien (2004) und den Förderpreis des Ernst von Siemens Musikstiftung (2002). Für ihr musikalisches Schaffen wurde Charlotte Seither mit dem Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet (2010). Im August 2013 kam ihr Orchesterstück Language of Leaving bei den BBC Proms in London zur Uraufführung. Charlotte Seither ist Preisträgerin des Deutschen Musikautorenpreises 2014.

Age-Freerk Bokma (Berlin, Orgel)

© Age-Freerk Bokma

Age-Freerk Bokma stammt aus den Niederlanden und  studierte Orgel am Prinz-Claus-Konservatorium in Groningen bei Theo Jellema. Nach dem Bachelor-Abschluss 2004 studierte er an der Universität der Künste Berlin bei Leo van Doeselaar, Erwin Wiersinga und bei Paolo Crivellaro, wo er sich mit der Orgelliteratur des italienischen Frühbarock beschäftigte. Im Februar 2010 absolvierte er sein Konzertexamen mit Auszeichnung.
Age-Freerk unternahm zahlreiche Orgelreisen und besuchte viele Meisterkurse mit u.a. Wolfgang Zerer, Olivier Latry, Ton Koopman und Zsigmond Szathmáry. Konzerte als Solist und Auftritte als Begleiter führten ihn an bedeutende Orgeln in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Schweden, Dänemark und Finnland.
Sein Repertoire umfasst Werke der Renaissance bis zu 20/21. Jahrhundert. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt vor allem bei der zeitgenössischen Musik.

Evelin Degen (Düsseldorf, Flöte)

© Evelin Degen

Evelin Degen, Flötistin und Hochschullehrerin, spielt als Solistin regelmäßig Uraufführungen ihr gewidmeter Stücke. 1998 begann die Zusammenarbeit mit dem Thürmchen-Ensemble Köln, deren Ergebnisse auf zahlreichen Festivals in Europa zu hören waren. Seit 1999 ist sie zudem Mitglied des Ensembles Tra i Tempi und widmet sich hier insbesondere der Musik von John Cage und Morton Feldman. Konzertreisen mit dem E-MEX-Ensemble (seit 2002) führten die Flötistin bis nach Lateinamerika, Asien und in die USA. Wiederholt wirkte sie als Musikerin in Tanztheater-Produktionen mit. Evelin Degen war langjährige Präsidentin der Jeunesses Musicales NRW und Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung von Landesjugendensembles; ihr pädagogisches Engagement ist zudem durch viele Meisterkurse und Workshops belegt. Sie unterrichtet als Honorarprofessorin an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

Matthias Geuting (Essen, Orgel)

© Matthias Geuting

Matthias Geuting, Organist und Musikwissenschaftler, unterrichtet an der Folkwang-Universität in Essen, an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf sowie an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Er ist Mitbegründer eines Ensembles für freie Improvisation und sucht in seiner Arbeit Querverbindungen zu Tanz und Choreographie. Einen Schwerpunkt seiner Konzerttätigkeit bilden zahlreiche – zum Teil durch Aufnahmen von WDR und DLF dokumentierte – Uraufführungen zeitgenössischer Orgelwerke (etwa von Juan Allende-Blin, Thomas Taxus Beck, Jörg Herchet, Hans Otte, Erik Janson, Klaus Linder, Yasuko Yamaguchi oder Gerd Zacher). Er veröffentlichte Texte zur Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts und gab zusammen mit Hermann J. Busch das Lexikon der Orgel (Laaber 2007) heraus. Zuletzt erschien der von ihm herausgegebene Doppelband Felix Mendelssohn Bartholdy. Interpretationen seiner Werke (Laaber 2016).

Angela Metzger (München, Orgel)

© Raimund Löfflad

Angela Metzger studierte Kirchenmusik sowie Konzertfach Orgel mit Meisterklasse bei Prof. Edgar Krapp und Prof. Bernhard Haas an der Münchner Musikhochschule, wo sie alle Abschlüsse mit Auszeichnung absolvierte. Zusätzlich studierte sie Oboe am Innsbrucker Konservatorium. Während des Studiums war sie Stipendiatin des Cusanuswerks, erhielt das Deutschlandstipendium und wurde von Y. Menuhin „Live Music Now“ gefördert.
Sie ist mehrfache Preisträgerin der internationalen Orgelwettbewerbe von u.a. Tokyo, Saint-Maurice sowie des ARD-Wettbewerbs; 2015 erhielt sie den Bayernwerk Kulturpreis.
Engagements führten sie zu den internationalen Orgelfestivals von Bad Homburg, Toulouse, Turin und Varaždin. Sie gastierte in vielen Ländern Europas, in Ägypten und u.a. in der Philharmonie Essen, der Musashino Civic Cultural Hall Tokyo und dem Royal Opera House Muscat (Oman).
Während des Wintersemesters 2017/18 übernahm Angela Metzger die Professurvertretung für Bernhard Haas an der Musikhochschule München.

Michael Sattelberger (Stuttgart, Orgel)

© Michael Sattelberger

Michael Sattelberger, geboren 1971 in Ravensburg, studierte Schulmusik (Hautfach Orgel), an der Musikhochschule Stuttgart, sowie Philosophie und Germanistik an der Universität Stuttgart. Er besuchte Kurse bei Zsigmond Szathmáry, Marie-Claire Alain, Jon Laukvik u.a. Sein besonderes Interesse gilt der Musik des 20./21. Jahrhunderts, auf die er sich, unter anderem durch ein Masterstudium der Neuen Musik an der Musikhochschule München bei Bernhard Haas, spezialisiert hat.
Er ist Organist der Hospitalkirche Stuttgart und Leiter der dortigen Konzertreihe. Neben seinen solistischen Auftritten arbeitet er häufig als Duopartner und Begleiter von Instrumentalisten und Sängern. www.michaelsattelberger.de

Maximilian Schnaus (Berlin, Orgel)

© Marco Borggreve

Der Organist und Komponist Maximilian Schnaus wurde 1986 im fränkischen Bad Neustadt geboren. Nach erstem Orgel- und Kompositionsunterricht bei Friedemann Haeßler und Stephan Adam studierte er Kirchenmusik und Orgel in Hannover und Amsterdam, u.a. bei Pier Damiano Peretti und Jacques von Oortmerssen und erhielt Stipendien der Yehudi-Menuhin-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes. Im Jahr 2014 legte er in der Klasse von Leo van Doeselaar an der Universität der Künste Berlin sein Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Er ist Preisträger verschiedener Kompositions- und Orgelwettbewerbe, u.a. erhielt er 2013 den Paul-Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein-Musikfestivals und 2015 den 1. Preis des internationalen Orgelwettbewerbs am Berner Münster. Im Jahr 2016 wurde er Artist in Residence der Stiftung Kunst und Musik für Dresden.
Maximilian Schnaus ist Organist der Berliner Sophienkirche.

Dominik Susteck (Köln, Orgel)

© Michael Muck Kremtz / Boris Heinrich

Dominik Susteck (*1977 in Bochum) ist seit 2007 Organist der Kölner Kunst-Station Sankt Peter. Neben Lehrtätigkeit an Hochschulen in Essen, Düsseldorf, Weimar und Köln machte er mit modernen Improvisationskonzerten auf sich aufmerksam. Daneben spielte er zahlreiche Uraufführungen von Werken jüngerer Komponisten (Janson, Odeh-Tamimi, Pena, Froleyks, Köszeghy, Ruttkamp, Seidl, Wozny u.a.). Sein überwiegend auf zeitgenössische Musik ausgerichtetes Repertoire (Herchet, Hölszky, Kagel, Ligeti, Rihm, Stockhausen, Stäbler u.a.) präsentierte er auf mehreren CDs beim Label Wergo und Querstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk, zweimal hintereinander erhielt er dafür den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als Komponist wurde er mit Preisen ausgezeichnet (Deutscher Musikwettbewerb, Preis Zeitgenössische Geistliche Musik Schwäbisch Gmünd, Klaus-Martin-Ziegler Preis u.a.). www.dominiksusteck.de

Rie Watanabe (Tokyo/Köln, Schlagzeug)

© Rie Watanabe

Rie Watanabe begann 1999 ihr Schlagzeugstudium an der National University of Arts (Tokyo) bei Prof. Makoto Aruga und Prof. Michiko Takahashi, das sie in den Jahren 2005 bis 2011 an der Hochschule für Musik in Karlsruhe bei Prof. Isao Nakamura fortsetzte.
Sie spielt regelmäßig als Gastmusikerin in verschiedenen Ensembles, darunter Ensemble Musikfabrik (Köln), Klangforum (Wien), dem Ensemble Resonanz (Hamburg), hand werk (Köln) und arbeitet mit Dirigenten und Komponisten wie Emilio Pomarico, Peter Rundel, Helmut Lachenmann, Nicolaus A. Huber u.a..
Als Kammermusikerin und Solistin trat sie außerdem bei verschiedenen internationalen Musikfestivals auf, so z. B. bei den Berliner Festspielen, Märzmusik (Berlin), June in Buffalo (Buffalo/USA) u.a.. Im Jahr 2011 führte sie als Solistin gemeinsam mit den Stuttgarter Philharmonikern das „Konzertstück für Pauken und Orchester“ von Mauricio Kagel auf.
Ebenfalls 2011 gründete Rie Watanabe gemeinsam mit Mirjam Schröder das „Duo Vertige“, ein Duo für Schlagzeug und Harfe. Im Jahr 2014 begann sie das Projekt „TRAVEL MUSICA“ um die unterschiedlichen Möglichkeiten der Aktualisierung und Verfügbarmachung des musikalischen Erbes von Yuya Honda und von Musik im Allgemeinen zu erkunden.
Seit 2014 lebt und arbeitet sie in Köln.

Dr. Margarete Zander (Berlin, Moderation)

© Margarete Zander

Dr. Margarete Zander ist freie Autorin und (Hörfunk-)Journalistin bei ARD und DLF Kultur. Auf NDR Kultur präsentiert sie eine wöchentliche Sendung über Neue Musik und führt Gespräche mit Stars der klassischen Musik. Von 2006-2013 leitete sie das Ultraschall Festival Berlin. Seit 2010 ist sie Jurymitglied des Karl-Scuka-Preises für Radiokunst. Auf ihrem Blog klassik-inside.de lässt sie uns hinter den Kulissen teilhaben am „Making of“.
Von 1990-1994 war sie Internationale PR-Managerin bei Warner Classics International und leitet seit 2015 am Ku’damm ihr eigenes Unternehmen für Präsentations- und Mediencoaching. margaretezander.com